Elisabeth Neudörfl Fotografie zur Person   Impressum   Links         English
  E.D.S.A   Super Pussy Bangkok   Das unsichtbare Dritte   Future World   der Stadt   
  CD   Ausstellung   Information   

der Stadt
1998

Interaktives Programm, 118 Fotografien, Ton

 

der Stadt zeigt eine große Anzahl von Schwarzweiß-Fotografien zufällig aneinander gereiht: Neubaugebiete, Innenstadtszenarien, Grünanlagen, Baustellen, Verkehr, bei Tag, bei Nacht, sommers wie winters, Totalen, Ausschnitte, filmisch, distanziert, als Transitraum und Unort.

der Stadt zeigt nicht die Geografie einer bestimmten Stadt, sondern die Struktur von Stadt allgemein. Es gibt in der Stadt keinen historischen Ort mehr bzw. es gibt kein Wissen um den historischen Ort. Die einzelnen Bilder der Arbeit sind Mosaiksteine, die zusammen kein einheitliches Gesamtbild der Stadt ergeben. Die Stadt ist in der Wahrnehmung ihrer Bewohner genauso fragmentiert und wird jeden Tag aus den unterschiedlichsten Eindrücken neu zusammengesetzt. Deswegen kann die Reihenfolge der Bilder von der Künstlerin nicht festgelegt werden.

Stadt wird nicht nur in den Bildern, sondern auch in der Präsentation zum Transitraum, zu einer Verflechtung von ‚uneigentlichen’ Plätzen und Situationen. Die Betrachterin bzw. der Benutzer der Arbeit kann keinen Überblick erlangen. Das Papierbild – an der Wand oder im Buch – wäre keine angemessene Präsentation gewesen. Die Form muss den Bildern entsprechen. Die Unorte durften in einem Bildobjekt keinen festen Ort haben. Deshalb wird der Stadt digital präsentiert. Die äußere Form – die CD und das Cover der CD – geben keine Auskunft über den Inhalt. der Stadt ist also gleichermaßen eine fotografische und eine digitale Arbeit.

Die Art der Bilder und die Art ihrer Präsentation sind eng verknüpft. Wenn man das Programm öffnet, entsteht immer wieder neu ein nicht endendes Band aus Bildern. Die Betrachterin bewegt sich auf dem Band in eine Richtung und will sie zurückkehren zu Bildern, die sie gerade noch gesehen hat, so sind sie verschwunden, durch andere ersetzt.

Der Betrachter kann sich in die Bilder hineinzoomen, sich über die Oberflächen bewegen, Details entdecken, auch Menschen. Er kann in die Bilder ‚eindringen’, aus Totalen Details herausvergrößern, sich innerhalb der Bilder bewegen. Er wird so zum Komplizen der Fotografin.